Das Podcast-Studio am Gymnasium Uetze
Planung, Technik und Nutzung des Podcast-Studios, das ich am Gymnasium Unter den Eichen in Uetze zusammengestellt und eingerichtet habe.

Ende 2024, ich war selbst noch Schüler, bat mich meine Tutorin, die Technik für ein Podcast-Studio herauszusuchen. Im Januar 2026 wurde es eröffnet. Dazwischen lagen eine Förderung von 16.000 Euro durch Rossmann, mein Bundesfreiwilligendienst an der Schule und eine Entscheidung, über die ich bis heute froh bin.
Technik
Vorgeschlagen war zunächst ein Komplettgerät, ein Rode Rodecaster, und dazu ein MacBook. Ich war dagegen. Das Geld sollte in ein Mischpult fließen, das mehr kann als Podcasts: gute Vorverstärker, gute Filter, genug Eingänge, um später auch Gesang oder Instrumente aufzunehmen. Es wurde ein Behringer X32 Producer, dazu drei Rode PodMic und Kopfhörer von beyerdynamic.
Ein MacBook hätte ohnehin nicht gepasst. Es lässt sich nur schwer in die IT einer Schule einbinden. Also ein Windows-Rechner wie überall sonst im Haus, mit zwei Bildschirmen: auf dem einen das Skript, auf dem anderen die Aufnahme.
Geplant war zuerst Audacity als Programm. Wegen der Treiberlizenzen wurde das aber so umständlich, dass wir uns für Reaper entschieden haben. Das hat sich gelohnt, und zwar so sehr, dass wir für den PC-Raum gleich drei weitere Lizenzen und Kopfhörer dazugekauft haben. Dort kann jetzt parallel geschnitten werden, während im Studio schon die nächste Gruppe aufnimmt.
Einweisung
Die Einweisung ist kurz. Eine Faust breit Abstand zum Mikrofon. Nicht am Tisch ruckeln. Laut und deutlich sprechen. Und nicht ablesen, denn abgelesen klingt unecht.
Das Schwierigste ist etwas anderes: zu begreifen, dass man während der Aufnahme Fehler ohne Ende machen darf. Versprecher, Pausen, Neuanfänge, beim Schneiden verschwindet alles, und in der fertigen Datei bleibt keine Spur davon. In der Schule lernt man sonst eher das Gegenteil.
Reaper sieht auf den ersten Blick unglaublich kompliziert aus. Umso schöner ist es, zu sehen, wie Schülerinnen und Schüler nach wenigen Minuten Einweisung intuitiv damit umgehen und beim Schneiden regelrecht in einen Flow geraten. Bisher hat niemand das Schneiden als notwendiges Übel empfunden, eher im Gegenteil.
Nutzung
Genutzt wird das Studio quer durch die Schule: von der Forscherklasse in Jahrgang 6, von der Podcast-AG ab Jahrgang 8, vom Seminarfach in Jahrgang 11 und sogar im Erasmus+-Projekt „Media & Me“, in dem Schülerinnen und Schüler aus Uetze und unserer Partnerschule im französischen Loos ihre ersten Podcasts aufgenommen haben.
Die Schulleitung schrieb dazu im Dezember 2025: „Hard- und Software wurden von Julian selbständig und souverän in verantwortungsvollem Austausch mit der Schulleitung geplant, zusammengestellt und vollständig eingerichtet.“ Und: „Die von ihm eingerichteten und betreuten Systeme sind stabil und unmittelbar für den Schulbetrieb verlässlich nutzbar.“
Ich glaube, das Studio hat Zukunft, auch jenseits von Podcasts. Das Pult kann Gesang und Instrumente genauso gut aufnehmen wie Stimmen. Es muss nur jemand damit anfangen.